Unvergesslich… schrecklich…
“Wie mir das Leben so trostlos erscheint. So ganz ohne Farbe. Tage vergehen ohne sie richtig zu genießen…!”, dachte ich mir als ich ziellos durch die Nacht spazierte. Meine Gedanken kreisen, einen Moment sind sie hier und dann wieder ganz weit weg… Den kalten Wind merke ich schon gar nicht mehr, ich seufze auf und sagte ich mir immer wieder:” Kopf hoch, du musst stark sein! Für deine Freunde, die Menschen die du liebst!” Doch ich merkte, wie der Mut und die Stärke nicht bei mir ankamen. Es fing an zu regnen und meine Gedanken suchten sich ihren Weg zu einem Erlebnis, woran ich nicht mehr denken wollte. Tränen traten mir in die Augen, während ich zitternd den Weg lang ging. “Du dummes Ding, wieso gehst du auch Nachts vor die Tür! War es dir keine Lehre? DU bist fast vergewaltigt worden!”, schimpfte ich im Stillen mit mir. Ich streckte meinen Kopf in die Höhe und blickte zum Himmel empor. Der Regen verwischte meine Tränen, während ich die schrecklichen Bilder vor mir sah. Sein Grinsen, wie er auf mich zu kam… konnte nicht weg, er war zu stark und doch so schwach. Vielleicht…. vielleicht konnte ich auch einfach nichts tun…. Seine Hände, ich spürte seine Berührungen immer noch, roch seinen alkoholisierten Atem… “Nein, nein, nein, verdammt noch mal! Denk nicht mehr daran…!”, versuchte ich mich zu beruhigen. Mittlerweile strömte es und ich war bis auf die Haut durchnässt. Vorsichtig machte ich ein paar Schritte, doch meine Beine gaben nach und ich brach weinend zusammen. Mit kraftlosen Händen schlug ich auf den Boden ein, ich begann zu zittern und schließlich rollte ich mich mühevoll auf die Seite, wo ich mich zusammenkauerte. Allmählich verlor ich jegliches Zeitgefühl. “Wie lange ich wohl schon hier liege? Ob es erst ein paar Minuten waren oder doch schon Stunden?”, ging es mir durch den Kopf. “Wen interessiert es schon, wie lange ich weg war, es ist doch eh egal. Und wenn ich Tod wäre, wer würde es merken?… Wohl niemand…” Mit aller Kraft, die ich aufbringen konnte, setzte ich mich auf und wischte die erneut fließenden Tränen weg. “Steh auf, geh weiter & lern zu vergessen!”, murmelte ich und stand somit auf, schleppte mich den Weg am Damm entlang weiter. Alleine sein, einerseits war es genau das was ich wollte, andererseits hatte ich große Angst davor. Eine Umarmung, Balsam für die Seele, wenn sie zärtlich und ganz ohne Zwang und Hintergedanken geschieht und doch missfiel mir jede Berührung und ich geriet immer wieder in Panik… Und doch bräuchte ich sie um alles zu überstehen… “Ich will doch nur geliebt werden! Scheiße!”, schrie ich auf und wunderte mich über mich selbst. “Habe ich gerade wirklich aufgeschrien?”, murmelte ich kaum hörbar… und wurde sogleich von hinten gepackt, der nächste Schrei wurde erdrückt mit einer großen Hand. “Soso Liebe möchtest du? Die kannst du haben Kleines”, raunte mir eine bekannte Stimme ins Ohr. Panische Angst überkam mich und ich spürte wie meine Beine nachgeben wollten. “Nichts schon wieder, bitte nicht noch einmal…”, flehte ich im Stillen… “Lass mich gehen… bitte…”, sagte ich mit zittriger Stimme, die nur zeigte was für eine Angst ich habe, doch er schien das Zittern in meiner Stimme falsch zu verstehen. “Kleines, du willst es doch auch, ich spüre und höre es, also versuch gar nicht erst es zu leugnen! Du hast doch auch nur auf diesen Moment gewartet oder seit wann gehen kleine Mädchen um diese Uhrzeit alleine nach draußen?” höhnte er und stöhnte mir ins Ohr, dabei spürte ich seine Hände schon wieder überall… Ich war kraftlos, konnte mich nicht bewegen, keinen Millimeter von ihm weg und ihm nächsten Moment lag ich auf dem Boden. Ich spürte nur seinen Atem, seine Berührungen und hörte nur die fernen Autos vorbei fahren und sein widerliches Stöhnen dicht neben meinem Ohr… und dann brach Dunkelheit über mir ein…
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